Unser Förderprojekt
Die große spätgotische Backsteinkirche St. Marien mit ihrem markanten aufragenden Turm in der polnischen Kleinstadt Chojna, früher Königsberg in der Neumark, im Grenzgebiet des Oderlandes, ist ein europäisches Kulturdenkmal. Sie wurde im Februar 1945 beim Einzug der roten Armee zerstört. Die auch als Ruine noch herrliche Kirche wurde ab 1994 von Polen und Deutschen gemeinsam wiederaufgebaut. Sie ist nun ein Zeichen vom Willen der beiden Völker zu Verständigung und Freundschaft nach Krieg und Zerstörung, Misstrauen und Feindschaft.
Bauherr des Wiederaufbaues, ist die polnisch-deutsche "Stiftung Marienkirche in Chojna-Königsberg/NM".
Sechs gleichberechtigte Stifter, drei polnische und drei deutsche, gründeten Anfang der neunziger Jahre die polnisch-deutsche Stiftung, die von 1997 bis 2026 rechtskräftig im polnischen Registergericht eingetragen war:
- Die polnische Erzdiözese in Stettin,
- die katholische Pfarrgemeinde in Chojna,
- die Stadt und die Gemeinde Chojna,
- der Förderverein für den Wiederaufbau der Marienkirche in Königsberg/NM-Chojna e.V. mit Sitz in Hannover,
- die evangelische Johannes-der-Täufer-Kirchengemeinde Hannover-Wettbergen und
- die Stadt Bad Freienwalde/Oder.
Diese Stiftung wurde in Polen nach polnischem Recht gegründet. Sie besitzt kein Vermögen wie eine Stiftung nach deutschem Recht, sie ist eher vergleichbar mit einem gemeinnützigen Verein in Deutschland. Im August 2026 verabschiedeten sich unsere Kirchengemeinde Johannes-der-Täufer, die Stadt Bad Freienwalde/Oder und der Förderverein zum Wiederaufbau der Marienkirche von der Stiftung, sodass diese nunmehr ohne deutsche Beteiligung weiterarbeitet.
Die Kirche ist beeindruckend - schon aus der Ferne. Im Inneren der Kirche ist der Wiederaufbau der Kirche auf großen, deutsch und polnisch beschrifteten Tafeln nachzulesen. Es gibt Ecken, da lagern Steine des Wiederaufbaus, Kapellen erstrahlen mit wiederhergestellten Fresken und in ihrer Unfertigkeit strahlt sie etwas Unfassbares aus: Vierzig Jahr Traumwandlerisches Tun und Wirken, Verständigung mit Sprachbarrieren, Rückschläge, Hoffnungsschimmer, Streit und Versöhnung; entstanden sind Freundschaften über die Grenzen hinweg und Hochachtung vor dem Anderen.
Was noch getan werden kann hat Zeit und sollte von den Bewohnerinnen und Bewohnern Chojnas entschieden werden. Die wichtige Hülle, das architektonische Denkmal steht. Die jährlichen Tage der Integration und Ökumene wird es in der 36jährigen Tradition nicht mehr geben. Dennoch bin ich im Gespräch mit der Stadt Chojna und der Katholischen Kirche vor Ort, wie wir einmal im Jahr einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst feiern können.