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Konfirmanden

Anmeldung der neuen Konfirmanden

Anfang März werden die Anmeldebögen für den neuen Konfirmandenjahrgang verschickt. Wir schreiben alle Jugendlichen an, die wir bei uns als Gemeindemitglied in den Meldedaten haben und die jetzt in der Regel die siebte Klasse besuchen. Bei ihrer Konfirmation sollten die Jugendlichen in etwa 14 Jahre alt sein. Der Unterrichtsbeginn wird voraussichtlich Anfang Juni 2021, die Konfirmation dann im Mai 2022 sein.

Wer auch am Konfirmandenunterricht teilnehmen möchte, aber bis zum 20. März von uns noch keinen Anmeldebogen zugeschickt bekommen hat, der möge sich bis zum 15. April im Pfarrbüro melden, um einen Anmeldebogen zu bekommen. Man kann sich auch den Anmeldebogen auf unserer Internetseite www.kirchengemeinde-wettbergen.de herunterladen, ausdrucken und vollständig ausgefüllt zurücksenden an das Pfarrbüro der Kirchengemeinde Wettbergen, An der Kirche 23, 30457 Hannover.

Konfirmation – warum eigentlich?

Warum entschließen sich bei uns nach wie vor so viele Jugendliche, ein Jahr lang zum Konfirmandenunterricht zu gehen, um dann am Ende das Fest ihrer Konfirmation zu feiern?

Auch bei uns in Wettbergen haben sich inzwischen wieder um die 20 Mädchen und Jungen zum neuen Konfer-Jahrgang angemeldet. Warum? Weil alle das machen, weil es Tradition ist oder weil Oma das so will? Das spielt heute als Beweggrund wohl immer weniger eine Rolle. „Das machen die doch nur, weil es Geld gibt“, so die gängige Meinung. Vielleicht ist das Geld bei etlichen tatsächlich ein Grund, zumindest am Anfang.

Vor Jahren fragte mich ein Konfirmand in einer der ersten Unterrichtsstunden: „Herr Pastor, wie lange dauert der Konfer eigentlich? Ich meine, wie viele Stunden sind das so insgesamt bis zur Konfirmation?“ Ich sagte ihm, dass die Richtlinien etwa 70 Stunden Unterrichtszeit vorschreiben. Da zog er seinen Taschenrechner heraus und tippte darauf herum. „Was machst du denn da? Pack das Ding weg!“, sagte ich genervt. „Ach, ich rechne nur aus, ob sich das lohnt“, antwortete er; und als ich ihn verwundert anschaute, sagte er: „Na ja, der Konfirmandenunterricht.“ Da hatte er geschätzt, dass er so etwa 2000 Euro zur Konfirmation erwartete an Flachgeschenken (Geldscheinen), und das hatte er dann durch 70 Stunden geteilt. „Das sind fast dreißig Euro Stundenlohn. Okay, Herr Pastor, ich bleibe“, verkündete er dann. ‚Na, das ist mir ja ein Schätzchen‘, dachte ich bei mir, und mir grauste schon vor den Unterrichtsstunden mit ihm. Aber erstaunlich, mit der Zeit hatte gerade er sich zu einem besonders eifrigen und interessierten Konfirmanden entwickelt. Und nach der Konfer-Zeit war er als Gruppenleiter in der Jugendarbeit unserer Kirchengemeinde sehr aktiv.

Später sagte er mal zu mir, er habe das so toll gefunden, dass man – anders als in der Schule oder im Sportverein – im Konfirmandenunterricht nicht bewertet wird. Da geht es nicht nach Leistung. Und es wird kein Ranking mit Zensuren erstellt, wer ein guter, wer ein mittlerer und wer ein schlechter Konfi ist. Man kann so sein, wie man ist – mit seinen Stärken und Schwächen. Und jeder ist gleich wichtig. Das hatte ihn mächtig beeindruckt.

Ja, in dieser Altersgruppe ist man doch sehr auf der Suche nach sich selbst. Man will herausfinden, wer man ist, das ist das Wichtigste. Aber was kann man in unserer Gesellschaft darüber erfahren? Das gängige Menschenbild unserer Tage ist doch: Du bist, was du leistest. Dein Wert und deine Würde hängt weitgehend davon ab, was du vorzuweisen hast – an Geld, an Besitz, Schönheit, Kraft, Geschäftssinn und Erfolgen. Viele aber gehen dabei seelisch zu Grunde, weil sie eben nicht erfolgreich sind, nicht leistungsfähig, weil sie nicht mithalten können, weil sie keine guten Schulnoten haben und keine Idealfigur. So kommen sie sich wertlos vor – und werden ja auch oft so behandelt. Viele Jugendliche, gerade im Pubertätsalter, leiden unter einem beschädigten Selbstwertgefühl.

Bei Kirche, im Konfirmandenunterricht können die Jugendlichen anderes kennenlernen und erleben, ein Gegenbild zum Menschenbild der Leistungsgesellschaft, das Bild, das Gott von uns hat: Liebenswert bist du, Mensch, einfach weil es dich gibt. Weil du von Gott gewollt bist, bist du wertvoll, weil du Mensch bist, hast du Würde – und nicht erst dadurch, dass du etwas leistest, dass du nützlich bist und etwas darstellst. Du hast Wert und Würde, so wie du bist – vom ersten bis zum letzten Atemzug. Wie schön und wie befreiend, wenn man auf diesen Gott, der einen so sieht, vertrauen und schließlich am Ende der Konfer-Zeit mit seinem Segen ins Leben gehen kann.

Vielleicht weiß man zumindest hinterher, dass der Wert dieser Konfirmandenzeit nicht in den Geldgeschenken liegt, sondern in dem, was man in der Gemeinschaft mit den anderen gelernt und erlebt hat, bei den kreativen Aktionen im Konfer und in der Kirchengemeinde, bei der Gestaltung von Gottesdiensten, und besonders auf den Freizeiten, die einem unvergesslich bleiben.

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Foto: Spellerberg

Konfirmanden-Unterricht

Der Konfirmandenunterricht beginnt in der Zeit um Pfingsten und endet 11 Monate später mit der Konfirmation in einem Gottesdienst nach Ostern. Die wöchentliche Unterrichtszeit beträgt 90 Minuten. An schulfreien Tagen ist kein Unterricht. Zum Unterricht gehört mindestens eine mehrtägige Freizeit, die im Anfang des Gruppenfindungsprozesses liegen sollte. Zusätzliche Freizeiten, Tagesprojekte werden in Absprache mit Konfirmandinnen, Konfirmanden und Erziehungsberechtigten durchgeführt. Der im Zusammenhang mit Freizeiten und Projekten erteilte Unterricht wird auf die landeskirchliche Vorgabe der Mindeststundenzahl von 70 Zeitstunden angerechnet.

Über die Freizeiten, Projekttage findet eine Elterninformation statt. Eine notwendige Schulbefreiung wird von den Unterrichtenden rechtzeitig vorbereitet und von den Erziehungsberechtigten beantragt.Wenn Konfirmandinnen/Konfirmanden aus wichtigen Gründen am Unterricht nicht teilnehmen können, sollen sie sich vom Pfarramt beurlauben lassen. Für eine nachträgliche Entschuldigung ist eine entsprechende Erklärung eines Erziehungsberechtigten vorzulegen.

Die Inhalte des Unterrichtes erstrecken sich über den Ablauf des Kirchenjahres mit seinen Abschnitten. Themen sind das Kennennlernen der Kirchengemeinde, das Leben Jesu anhand exemplarischer Texte, Gottesdienst und Gebet, Schöpfung, Nächstenliebe, Vorbilder, Lieder, Glaubensbekenntnis, 10 Gebote, Vaterunser, Psalm, Taufe und Abendmahl. Hierin ist auch Auswendiglernen enthalten. Die Mitarbeit an Gemeindefesten ist auf freiwilliger Basis erwünscht.

Ansprechpartner

Dietmar Stahlberg
Tel.: 0511 59 09 36 32